Osteopathie

Was ist Osteopathie?

Die osteopathische Methode entspringt der Überzeugung, dass körperliche Leiden – und zwar nicht nur orthopädische Probleme – durch eine Neuausrichtung der Körperstruktur ausgeglichen werden können. Nicht in dem Sinne, dass diese Leiden einfach beseitigt werden, sondern sie werden zurückgeführt in die Gesamtfunktion des Körpers, in die immer vorhandene gesunde strukturelle und funktionelle Matrix.

A.T.Still fordert dazu auf: „Finde die Gesundheit, Krankheit kann jeder finden.“ Das bedeutet, die zugrunde liegende Blaupause der körperlichen Organisation zu erkennen.

Die osteopathische Behandlung basiert auf dem Lehrsatz, dass der Körper zur Selbstheilung und Selbstregulation in der Lage ist und dass wegen der Wechselwirkung von Struktur und Funktion die Beeinflussung der Selbstregulation über die strukturelle Behandlung möglich ist. Diese strukturelle Behandlung erfolgt über eine Art von Dialog mit den Körpergeweben, insbesondere mit den Gewebsstrukturen des Bewegungsapparates (parietale Osteopathie), der inneren Organe (viszerale Osteopathie) und der tiefliegenden faszialen und neuralen Strukturen (cranio-sacrale Osteopathie).

In diesem Dialog spürt man unmittelbar – vor allem palpatatorisch – die Reaktion der Gewebsstrukturen auf die Behandlung, die Veränderungen im Gewebsrhythmus und das Lösen der Gesamtspannung.

Wo und wann hilft Osteopathie?

Es gibt kaum ein chronisches Leiden, bei dem man Osteopathie nicht anwenden könnte, so lange der Körper noch zur Selbstregulation fähig ist.

Schwerpunktmäßig wird die Methode natürlich bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt, aber auch viele andere Leiden lassen sich günstig beeinflussen. Je akuter ein Krankheitsbild ist, desto weniger ist Osteopathie indiziert. Bei akut lebensbedrohlichen Erkrankungen verbietet sich selbstverständlich der Einsatz. Dies gilt meines Erachtens auch schon für die ganz akuten Wirbelsäulenschmerzen, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist. Jedenfalls sollten dort eher sanfte (indirekte) Verfahren angewendet werden.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Behandlungsoption bei den genannten Indikationen aufgrund persönlicher Einschätzung und Erfahrung empfohlen wird. Eine eindeutige wissenschaftliche Validierung der Methode liegt insgesamt noch nicht vor. Selbstverständlich kann auch kein Heilungsversprechen und keine Garantie einer Besserung abgegeben werden, eine solche Zusicherung kann von keinem Therapeuten und mit keiner Therapie gegeben werden.

Wann Osteopathie statt Krankengymnastik?

Von den manuellen Techniken her sind die Übergänge zwischen Krankengymnastik (und allen weiteren manuellen Verfahren) und Osteopathie fließend.

Aus Kostengründen (zumindest bezüglich der vom Patienten zu übernehmenden Kosten) würde man sicherlich zunächst einmal Krankengymnastik versuchen.

Wo es um Übung geht, zum Beispiel bei Lähmungen, ist Krankengymnastik unerlässlich.

Die Osteopathie eröffnet aber ein großes weiteres Feld von Behandlungsmöglichkeiten.

Was kostet eine osteopathische Behandlung?

Osteopathie ist im wahrsten Sinne echte Handarbeit mit achtsamer Konzentration auf den Körper, sie hat also ihren Preis. Privatkassen erstatten in der Regel die Kosten, die gesetzlichen Krankenkassen geben häufig einen Zuschuss. Ob die Behandlung wirksam ist, kann man schon nach relativ wenigen Sitzungen feststellen. Als Faustregel kann gelten, dass bei völliger Unwirksamkeit nach 3 Sitzungen eine weitere Behandlung nicht sinnvoll ist.

Die Behandlungen werden nach der GOÄ als Privatliquidation abgerechnet. Eine Sitzung kostet dann zwischen 60 – 120 Euro je nach Aufwand.